TeilnehmerInnen der Freien Klasse 2012/2013 von Eva Bertram (Neue Schule für Fotografie Berlin) präsentieren den Stand ihrer Langzeitprojekte. Mit Arbeiten von Jenny Fitz, Alex Giegold, Marjola Rukaj, Cina F. Sommerfeld und Markus Ulrich.

Eröffnung: Samstag, 07. Dezember 2013, 17 – 21 Uhr
Ausstellung: 8. Dezember 2013 – 2. Februar 2014
Finissage: Sonntag, 2. Januar 2014, 17-20 Uhr

Opening: Saturday, Dec 7th 2013, 5-9pm
Exhibition: Dec 8th – February 2nd, 2014

Finissage: Sunday, February 2nd, 2014, 5-8 pm

Neue Schule für Fotografie, Brunnenstr. 188-190, 10119 Berlin
Mittwoch – Sonntag, 13-18 Uhr
Die Ausstellung ist vom 23. Dezember 2013 bis einschließlich 3. Januar 2014 geschlossen.

Unter der Leitung von Eva Bertram, Dozentin der Neuen Schule für Fotografie und Vertreterin einer narrativen subjektiven Fotografie, arbeiteten die FotografInnen über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren in regelmäßigem Austausch an persönlichen, selbst gewählten Fotoprojekten. Das Motto „augenfällig unscheinbar“ (Über das Naheliegende, das so leicht übersehen wird), unter dem Eva Bertram bereits in den Jahren zuvor Seminare leitete, diente den TeilnehmerInnen als offenes Bezugsfeld. Die Arbeiten sind nicht alle abgeschlossen, vielmehr handelt es sich in allen Fällen um Langzeitprojekte, die den grundlegenden fotografischen Themen und Fragestellungen der einzelnen TeilnehmerInnen entsprechen.

Präsentierte Arbeiten

Vier Jahre lang begleitete Jenny Fitz, Absolventin der Neuen Schule für Fotografie, für ihr Projekt Kammerspiel einen jungen Schauspieler:

Anfangs war es Neugierde, die mich die Bilder machen ließ, später das Bedürfnis, unser Verhältnis zu erfassen. Es geht um Annäherung. Distanz. Ich versuchte zu verstehen, womit, mit wem ich es zu tun hatte. Was mich immer wieder faszinierte, war die Unberechenbarkeit, mit der er mir und der Kamera begegnete.“

Die Fotografin hinterfragt in ihren Arbeiten Habitus und Rollenspiel von Personen aus ihrem sozialen Umfeld.
www.jennyfitz.de

Als Kind versuchte Cina F. Sommerfeld, sich in ihrer Stadt Berlin, die groß und kaputt und grau war, auf viele Dinge einen Reim zu machen, was ihr meistens nicht gelang. Weil die Menschen mit „Rücksicht auf das Kind“ in raunenden Andeutungen über die großen Lebensthemen sprachen, war die Welt voller Geheimnisse. Cinas Geheimnis war, dass sie dabei genau beobachtete. In ihrem Projekt Sieben acht, die Treppe kracht verarbeitet Cina F. Sommerfeld dieses Wissen und Nicht Wissen Können und das Ahnen um die Dinge, die Häuser, die Gesichter. Artefakte betrachtet sie bei ihrer Bildauswahl als willkommene Fundstücke, die das Vage des Erfahrenen und Gesehenen verdeutlichen.

Das Projekt PARAdays von Alex Giegold ist der Extrakt einer zweijährigen Reise, einer Suche nach und eines Kampfes um Identitäten in einer heteronormativen Welt. Anhand eines Verschlagwortungsverfahrens reflektiert sie sowohl Erinnerungsmechanismen als auch die Archivierung des persönlichen Bildmaterials. Alex Giegold ist Absolventin der Neuen Schule für Fotografie und arbeitet als freie Fotografin. Sie beschäftigt sich systematisch mit Phänomenen gesellschaftlicher Normierung.

Marjola Rukaj bereiste für ihre Arbeit Limbus fünf ehemalige Zwangsarbeitslager in Südalbanien, in denen Feinde der Sozialistischen Diktatur von 1960 bis 1990 eingesperrt worden waren. In ihren Fotografien zeigt sie entwurzelte Menschen, die sich an den neuen Zwangswohnorten provisorisch eingerichtet haben, weil sie bis heute keine bessere Lösung gefunden haben. Armut, Unbehagen und das Provisorium werden über die Jahre zum Dauerzustand. In ihrer Serie Vade retro Satana zeigt Marjola Rukaj heidnische Schutzpatrone des neuen albanischen Wohlstands, die von ihren Besitzern als Abwehr gegen den bösen und neidischen Blick von Nachbarn und Verwandten an den Neubauten angebracht wurden.

Markus Ulrich kombiniert in seiner Serie Stell Dich mal da hin – Ausrichtungen Porträts mit urbanen Landschaften. Genau so wie die Markierungen in den Umgebungsbildern verheißen seine Positionierungen im Raum den Abgebildeten Orientierung und Führung. Doch was ist der Preis? Markus Ulrich ist ein Zweifler, der die Frage nach der Authentizität nicht nur für die in der Fotografie abgebildeten, sondern auch für die gelebte Realität aufwirft.

Weitere Informationen
www.neue-schule-berlin.com
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Einladung: Foto © Marjola Rukaj, aus ‚Limbus‘, 2012/2013

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